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Polterabend

Polterabend - der Abschied vom Junggesellenleben


Die Tradition

Die Gäste bringen Porzellan zur Feier mit (auf keinen Fall Glas, dies bringt Unglück!) um vor dem Brautpaar zu zerschlagen. Dies soll den künftigen Eheleuten Glück bringen. Durch das gemeinsame Zusammenkehren der Scherben zeigt das Brautpaar, dass sie auch künftig gut zusammenarbeiten.


Einladung
Es ist sinnvoll, einen Polterabend zu veranstalten, sofern das Brautpaar über einen grossen Freundeskreis verfügt, aus dem nicht alle zur Hochzeitsfeier eingeladen werden sollen: Kollegen, Bekannte aus dem Fitness-Club, Nachbarn, Hochzeits-Helfer, die Fussballmannschaft des Bräutigams und das Lyrik-Kränzchen der Braut: erlaubt ist, was gefällt und was sich unterbringen lässt, denn der Polterabend ist ein völlig zwangloses Fest.

 

Vor der Ehe ein letztes Mal so richtig über die Stränge schlagen


Ursprünglich stammt die Tradition des Junggesellenabends aus Grossbritannien und breitete sich nach und nach auf dem europäischen Festland aus.

Als der Bräutigam noch beim Vater der Braut um die Hand seiner Zukünftigen anhalten musste, war der Junggesellenabend eine eher ernste Angelegenheit: In schwarzer Krawatte und Anzug trafen sich die Männer beim Vater des Bräutigams, der den Abend ausrichtete. Das Feiern stand dabei zunächst im Hintergrund. Stattdessen waren lange Ansprachen über die Bedeutung der Ehe und das Ende eines Lebensabschnitts die "Highlights" des Treffens.

Heute hingegen bietet der Junggesellenabend dem Brautpaar die einmalige - und wahrscheinlich letzte - Chance, vor der Hochzeit alles auszuleben, worauf es nach dem Ja-Wort vielleicht verzichten muss.

Hier bekommen Sie Tipps und Anregungen, was Sie an Ihrem letzten Abend "in Freiheit" alles auf die Beine stellen können.

Der Polterabend für Frauen

England: Betrunkene Hühner – Ladylike ist out.

Aus Facts vom 29.11.2001

Bisher waren vor allem die britischen Männer als Trunkenbolde bekannt. Jetzt eifern ihnen die Frauen nach. Zum Schrecken der Barkeeper.

Wenn die Gruppen von jungen Damen nur in Nonnenkluft erscheinen oder in spätpubertären Schuluniformen, atmet Sally Ferris auf. Die Managerin eines Belgo-Centraal-Restaurants im Londoner Westend hat schon zu viele betrunkene Frauen mit Schokoladepenissen, beleuchteten Vibratoren und Domina-Peitschen herumlaufen sehen, um den vulgären Exhibitionismus noch lustig zu finden.

„Wir bitten die Kundinnen um angemessenes Verhalten und um ein Mindestmass an Bekleidung. Stripper und phallische Symbole mitzubringen ist verboten", sagt Ferris streng. Die Regeln sind neuerdings bitter nötig. Landauf, landab beklagen sich Restaurant-Besitzer und Nightclub-Betreiber über das wenig damenhafte Betragen von Frauen-Klüngeln, die zur Feier einer bevorstehenden Hochzeit einer der ihren noch einmal tüchtig auf den Putz hauen wollen, bevor das eintönige Eheleben beginnt.

Während auf dem Kontinent ein Polterabend die Geschlechter eher zusammenführt, wird auf der prüfen Insel die pränuptiale Orgie fein säuberlich nach Männlein und Weiblein getrennt veranstaltet.

Braut und Freundinnen versammeln sich zur „hen night", Hühnernacht, während sich der Bräutigam auf der „stag night", Hirschnacht vergnügt. Dass sich die Männer dabei archaischen Saufritualen hingeben, die pflichtgemäss im Filmriss enden, vorzugsweise in einem Striplokal, gehört seit jeher zur englischen Folklore und wird als „lad culture" verniedlicht. Parallel dazu ist in den letzten Jahren die „ladette" populär geworden – das weibliche Ebenbild des männlichen Rüpels, ein Alkohol saufendes, laut kreischendes, leicht bekleidetes Wesen auf Stöckelschuhen.

Für die vermeintlich freizügigen, in Wahrheit verklemmt daherkommenden Feten kann man im Internet geschmacklose Outfits, Eiswürfel in Penisform und Teufelsfratzen bestellen. Spezialveranstalter organisieren Nightclub-Besuche, männliche Stripper inklusive, die pro Teilnehmerin schon mal 250 Franken kosten.

Nicht ganz billig ist auch die Mode, T-Shirts mit Selbstbezichtigungen zu bedrucken. In London teilen neuerdings normale Mitvierzigerinnen mit, es handle sich bei ihnen um eine „old slapper", eine alte Schlampe; populär sind auch Slogans wie „wanna touch?" (willste grapschen?) oder „I love shagging" (ich bumse gern).

Das selbstbewusste Auftreten bis hin zu vulgärem Exhibitionismus, mutmassen Soziologinnen, habe mit der wachsenden finanziellen Unabhängigkeit junger Frauen zu tun. Auch spielen Vorbilder wie Britney Spears, die Spice Girls oder Madonna eine Rolle. Noch in den Siebzigerjahren waren Frauen in traditionellen Pubs höchstens hinter der Theke anzutreffen. Freitagabends zur „closing time" um 23 Uhr prügelten und bekotzten sich nur die englischen Männer, Frauen kamen in dieser Welt nicht vor.

Doch mittlerweile haben die Engländerinnen in ihrer Freizeit die zuvor männerdominierten Trinkhallen ebenso erobert wie im Berufsleben Unterhaus, Börse und Armee.

Die ältere Feministinnen-Generation runzelt über die Saufemanzipation der Jüngeren Generation allerdings die Stirn. Delirierende, torkelnde Mädchen, das sei „enttäuschend und einfallslos", tadelt die Londoner Soziologie-Professorin Angela McRobbie.

Tipps


Generelles

Am Polterabend ist für beide Geschlechter alles erlaubt, was in erster Linie Spass macht und was der Partner ungern über sich ergehen lassen würde. Besonders angenehm klingt ein Polterabend aus, wenn sich beide Party-Gesellschaften am Ende treffen und gemeinsam weiterfeiern.

Tipps für die Braut und ihre Freundinnen:

  • Besuchen Sie einen Wellnesspark/ Sauna/ Kosmetiksalon/ Sonnenstudio
  • Laden Sie zum gemeinsamen Brunch ein. Deklarieren Sie die Einladung als "zum sich Erinnern und zum lästern".
  • Besuchen  Sie eine Single-Party 
  • Organisieren Sie eine Pyjama-Party
  • Bestellen Sie sich einen Stripper ins Wohnzimmer
  • Verkaufen Sie auf der Strasse für einen Franken Küsse und verprassen Sie das Geld anschliessend zusammen mit Ihren Freundinnen.
  • Und und und

Tipps für den Bräutigam und seine Freunde: 

  • Härtetest mit Striptease-Tänzerin zu Hause oder im Nachtlokal
  • Cruisen mit geliehenem Cabrio, Motorrädern oder einem Oldtimer
  • Besuch in der Stammkneipe, die SIE eh noch nie mochte
  • Fußballspiel und Stadion-Feeling live erleben
  • Spieleabend mit Bowling, Billard, Bier
  • Gemeinsames Workout bei Squash oder Tennis
  • Wanderung, Radtour oder Angeltour mit anschließendem Grill-Abend
  • Einen richtig guten Actionfilm im Kino anschauen
  • Alte Zeiten Revue passieren lassen und Kindheitsträume realisieren
  • Besuch im Spielkasino
  • Wochenendtrip an den Ballermann 6, auf St. Pauli oder ähnlich aufregende Gegenden

Tipps, um den Kater nach dem Polterabend zu vermeiden:

  • Trinken Sie nicht auf nüchternen Magen. Im Gegenteil, gönnen Sie sich vor der Feier ruhig eine fettreichere Mahlzeit. Fett hemmt die Aufnahme von Alkohol ins Blut.
  • Trinken Sie vor, während und nach der Party viel Mineralwasser (zur Not auch Leitungswasser), um den Mineralhaushalt des Körpers wieder auszugleichen. Das ist dringend nötig, denn Ihr Körper scheidet durch Alkohol vermehrt Flüssigkeit und Mineralstoffe, vor allem Salz, aus.
  • Knabbern Sie ruhig zwischendurch Erdnüsse, Chips, Oliven oder andere fett- und salzreiche Snacks. Für alle, die es gesünder mögen: eine bis zwei Prisen Salz auf der Tomate oder dem Ei vom Tresen reichen aus, um die Salzverluste frühzeitig auszugleichen.
  • Bier, Wein, Sekt - trinken Sie nicht zu viel durcheinander. Beachten Sie: Süsse und liebliche Drinks haben ein besonders hohes Katerpotenzial.
  • Wodka, Gin und Weißwein sind relativ gut verträgliche Getränke, die schlimmsten Nachwirkungen - bei gleicher Alkoholmenge - verursacht Brandy.
  • Eine vorsorgliche Kopfschmerztablette direkt nach der Party macht den Kater am kommenden Morgen verträglicher oder verscheucht ihn vollkommen.
  • Ein leicht deftiges Frühstück am Morgen danach sorgt für Nachschub an Salz. Ob Salzhering, saure Gurke oder Rollmops - greifen Sie, wonach Ihnen der Appetit steht. Vorsicht jedoch beim geliebten Honig- oder Marmeladenbrötchen: Zucker verschlimmert den Kater zusätzlich.
  • Ein Eisbeutel an Schläfen und Stirn verengt die Blutgefässe und kann dadurch den Kopfschmerz lindern. Ähnlich abschwächend wirkt konzentriertes Pfefferminzöl, das Sie an diesen Stellen leicht einmassieren. Achten Sie jedoch unbedingt darauf, dass das Öl nicht in Ihre Augen gelangt!
 
     
   

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